Behördenspiegel November – Mehr Zeit durch Planung – Neue Wege im Patientenmanagement

(BS) Zwischen 60 und 70 Prozent aller Vertragsärzte wünschen sich mehr Zeit für ihre Patienten. Das geht aus einer Reihe aktueller Studien hervor. Ein immer höherer Kostendruck zwingt sie aber gleichzeitig dazu, in derselben Zeit mehr Patienten zu betreuen. Diese widersprüchlichen Wünsche und Notwendigkeiten lassen sich nur dann miteinander vereinbaren, wenn der Arzt Zeit und Kosten spart, und zwar nicht am Patienten, sondern außerhalb des Behandlungszimmers.

Der Behördenspiegel im Gespräch mit Dr. Alexander Alscher und Katrin Keller, Geschäftsführer von samedi:

Behördenspiegel: Herr Alscher, warum ist das Patientenmanagement im Alltag bislang so kompliziert?

Dr. Alscher: Eine kluge Vernetzung von Information und Interaktion verkürzt Wege und Zeiten und ist der Schlüssel zu organisatorischer Effizienz. Das Internet verknüpft Informationen besser als jedes andere Medium. Erstaunlicherweise wurden die Möglichkeiten des Internets in Arztpraxen nie ausgeschöpft. Dabei gibt es in jeder Praxis wesentliche Knotenpunkte, die nur miteinander verknüpft und intelligent organisiert werden brauchen, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Bislang gab es aber auch wenig überzeugende Modelle, wir wollten das ändern.

Behördenspiegel: Sie haben samedi entwickelt, wer nutzt das und wie funktioniert es?

Dr. Alscher: Wir haben zwei Jahre lang Feldforschung betrieben, Klinikverwaltungen und Ärzte befragt. Das Ergebnis ist samedi – die PRAXIS 2.0, eine Internetsoftware, die die Ressourcenauslastung in medizinischen Betrieben optimiert und zugleich die Qualität der Kommunikation zwischen Arzt und Patient verbessert. Unsere Entwickler programmierten die Internetsoftware in enger Zusammenarbeit mit Datenschützern, Unternehmern und Ärzten verschiedener Fachgebiete sowie durch Unterstützung von Privatinvestoren und Ärzten. Das Programm beruht auf einem monatlichen Abonnement der Ärzte, die ohne Installation nur mittels Internetzugang und Webbrowser den Service von samedi nutzen können. Die Software ist für Klinikverwaltung, Ärzte, Zahnärzte, Therapeuten und Heilpraktiker konzipiert worden, die über die Webseite des Unternehmens eigene „Patienten-Communities“ verwalten. Der große Vorteil der Internet-Software samedi im Gegensatz zu herkömmlicher PC-Software liegt darin, dass kein Installations- und Hardware-Komplikationen auftreten, sofortige Updates einspielbar sind, Backups automatisch von samedi vorgenommen werden und die Software jederzeitig verfügbar ist und zentral gewartet wird. Diese neuartige und vor Zugriffen nichtautorisierter Dritter sichere Software wird seit 2008 erfolgreich in Praxen und Kliniken eingesetzt.

Behördenspiegel: Wie kann man sich den Ablauf vorstellen?

Keller: Oft wird die Assistenz in einer Praxis durch das klingelnde Telefon bei wichtigen Aufgaben unterbrochen. samedi reduziert die „Telefonitis“ in Arztpraxen spürbar, denn es ermöglicht Patienten, verfügbare Termine jederzeit, dh. 24 Stunden/ sieben Tage, über das Internet zu buchen. Besteht ein solches Online-Angebot, verlegen sich erfahrungsgemäß etwa 60 Prozent der Patienten bei der Terminvereinbarung auf das Internet. Eine telefonische Terminvereinbarung dauert im Schnitt fünf Minuten und kostet die Praxis unter Berücksichtigung der Personal-, Strom, Telefonkosten durchschnittlich betrachtet fünf Euro. Das mit samedi zu erzielende Zeiteinsparungspotential liegt allein bei nur zehn Onlineterminen pro Tag somit bereits bei 50 Minuten. Zeit, die für die Betreuung direkt am Patienten eingesetzt werden kann. samedi ermöglicht darüber hinaus die optimierte Terminablaufplanung nach den Vorgaben der Praxis und verringert die Ausfallraten einer Praxis, indem es Patienten per SMS an Termine automatisch erinnert: Im Quartal werden dadurch im Schnitt 30 Termine mehr wahrgenommen. Gleichzeitig schließt die Software Doppelbelegungen und Falschbuchungen aus. Zusätzliche Termine zu IGeL-Leistungen kann das Praxisteam außerdem über gezielte Kommunikation mit den Patienten vereinbaren.

Behördenspiegel: Reden wir hier nicht auch von einem neuen Patienten-Arzt-Management?

Keller: samedi ist auch ein Werkzeug, um Patienten durch einen besonders guten Service an den Betrieb zu binden. Sehen Sie, in Berlin sagen 76 Prozent aller Patienten, dass Zuwendung beim Praxisbesuch das wichtigste Kriterium bei der Arztauswahl ist – weit vor technischer Ausstattung, Wartezeiten und Erreichbarkeit. Zur nachhaltigen Patientenbindung trägt neben einer intensiven persönlichen Betreuung der bequeme und zeitsparende Zugriff auf ärztliche Leistungen bei. So sollte zum Beispiel die Wartezeit so kurz wie möglich gehalten werden, was bisher mehr oder weniger dem Zufall überlassen war. Mit samedi können Patienten rechtzeitig „vorgewarnt“ werden, falls sich ihr Termin verschiebt oder verlegt werden muss. Kliniken wie die Ullsteinhausklinik in Berlin oder Fachärzte und Zahnärzte wie Unicare aus Frankfurt/Main setzen das System mit Erfolg ein.

samedi im “Behördenspiegel” Seite 18, vom 10.11.2009

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