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Terminbuchung 2.0

Alles lässt sich zu jeder Zeit übers Internet beziehen: Flüge, Klamotten, Medikamente und … Arzttermine? Fehlanzeige. Also telefonisch. Besetzt – ein erneuter Anruf, Warteschleifen. Bei komplexeren Beschwerden kann schon mal ein Tag vergehen, bis man alles unter einem Hut hat. Über die samedi GmbH kann man jetzt kurzen Prozess machen, dank eines einfachen Tools zur Terminvereinbarung und Arztsuche per Internet.

Als sich Katrin Keller und Alexander Alscher trafen, waren beide gerade unterschiedliche Erfahrungen mit dem gleichen Gedanken beschäftigt. Beide stellten sich die Frage, wie man zwei Parteien, die voneinander wissen und etwas voneinander wollen, auf dem einfachsten und bequemsten Weg zusammenbringen kann. Hier hatte es im persönlichen Umfeld große Schwierigkeiten bei der Koordinierung einer lückenlosen Behandlungskette während einer schweren Krankheit gegeben. Dort war das Zusammenbringen von Absolventen und Firmen in einer unüberschaubaren Faxflut versunken. Und das im Informationszeitalter. In beiden Fällen lautete die Lösung: ein Internetportal.

Das von Alscher entwickelte Internet-Recruiting-Forum der Universität St. Gallen erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Aber nicht nur das. Er adaptierte das Prinzip in Zusammenarbeit mit Keller auf das deutsche Gesundheitssystem und heraus kam die Online-Plattform www.samedi.de über die Kliniken, Ärzte, Heilberufler und Patienten auf ein Überweisersytem und ein Patientbuchungsportal zugreifen können. Das Ergebnis ist genial einfach und schon heute mehrfach preisgekrönt; unter anderem wurde es auf der größten europäischen Internet-Konferenz “LeWeb2008″ unter die weltweit Erfolg versprechendsten Internet-Start-ups gewählt.

Die Einschätzung kann Heinz Lohmann, Geschäftsführer von Lohmann Konzept und Juror bei einem anderen Wettbewerb, bei dem samedi ebenfalls ausgezeichnet wurde, nur bestätigen: “Diese Plattform hat großes Zukunftspotential. Nicht nur, weil sie so genial einfach ist, sondern vor allem, weil gerade der Nidergelassenenbereich noch viel zu langsam agiert. Er kann sich aber nicht auf Dauer von den Patientenerwartungen verschließen. Und für samedi braucht es tatsächlich nur einen Internetzugang, und die Reputation der Praxis steigt sprungartig.”

Praxis Check-In

Fernab von KI-Systemen und elektronischer Gesundheitskarte hat die kleine Berliner Garagenfirma, die eigentlich eine Hinterhoffirma ist, eine beliebig ausbaubare Lösung für den praktischen Alltag von Patient, Praxis und Klinik programmiert. Patentiert und datensicher bietet sie registrierten Patienten – kostenlos – die Arztsuche lokal und bundesweit, ein Adressbuch über die eigenen Gesundheitskontakte, die Online-Arztterminvereinbarung, sicheres Nachrichtenmanagement und die Nutzung einer eigenen umfänglichen Gesundheitsakte, für die man auch Freigaben erteilen kann.

Der direkte Nutzen liegt nicht allein beim Patienten: “Die Arzthelferinnen gewinnen durch jede Online-Buchung Zeit für die Patienten vor Ort”, so Geschäftsführerin Katrin Keller. “Bei nur zehn Online-Terminen pro Tag können an die 50 Minuten Zeit am Telefon eingesparrt werden.” Darüber hinaus kennt das System keine Doppelbelegung oder gar Falschbuchung, der Patient versauert nicht in der Warteschleife, die Arzthelferin muss sich nicht rechtfertigen.

Auch die Arzt-zu-Arzt-Kommunikation wird erheblich vereinfacht, was in beiden Fällen ebenfalls auf die Patientenzufriedenheit ausstrahlt. Der überweisende Arzt kann direkt mit dem Patienten den weiterführenden Termin bei seinem Kollegen buchen und diesen dann auf kurzem Weg mit Informationen versorgen.

Eklatant, um über 30 Prozent, konnte die Dichte der Auslastung in einem ambulanten OP-Zentrum gesteigert werden, da die Organisation fortan flexibler gestaltet werden kann. Durch das transparente Zusammenspiel von festen und flexiblen OP-Tagen beziehungsweise -Zeiten können heute zusätzliche Termine vereinbart werden. Für das Zentrum mit vier OP-Sälen heißt das eine monatliche Umsatzsteigerung im fünfstelligen Bereich. So leicht kann manchmal Geldverdienen sein. Zumal der samedi-Service in einem sehr überschaubaren monatlichen Abopreis erhältlich ist, gestaffelt nach Praxis, Zentrum oder Klinik.

Auf der Hand liegt beispielsweise auch der Vorteil für gehörlose Patienten, für de Terminabsprachen bislang umständlich über Fax oder per SMS getätigt werden mussten. So gehört die HNO-Klinik des Tübinger Uniklinikums, die auf Cochlear-Implantate spezialisiert ist, zu einem der ersten Kunden. Ein nahezu zwingendes Marketingsinstrument.

Zufriedenheit als Marketing

18 Mitarbeiter zählt das Start-up-Unternehmen, das bis zu zehn Anfragen täglich bekommt. Die meisten rufen an, weil sie von Kollegen gehört haben, dass es samedi gibt. Die Zufriedenheit spiegelt sich auch in den Quoten wider. Liegt die Buchungsquote vonseiten der Patienten bei rund 30 Prozent, nutzen innerhalb von drei Monaten 93 Prozent der Zuweiser das neue, lautlose und schnelle Tool der Kundenbindung.

Bei so einer Leichtigkeit kann die elektronische Gesundheitskarte noch ein bisschen auf sich warten lassen.

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