Hoch-sichere Online-Plattform für internationale Patientenkoordination

Zusammenfassung

Die neue “Arzt-Patienten-Plattform zur länderübergreifenden Patientenkoordination (“Medical Tourist”), die durch das Programm zur Förderung von Forschung, Innovation und Technologie (ProFIT) vom Land Berlin durch die Investitionsbank Berlin (IBB) und dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird, basiert auf der Internationalisierung der in Deutschland seit 2008 bestehenden Plattform-Software samedi®.

Die Plattform von samedi® ermöglicht schon heute eine in Deutschland strukturierte, medienbruchfreie Online-Kommunikation und Zusammenarbeit in der Behandlungskoordination von Patienten, Praxen, Kliniken, Dienstleistern und Krankenkassen. Mit der internationalen Erweiterung der samedi® Plattform wird damit eine innovative technologische Lösung geschaffen, um die Effizienz- und Qualitätsverluste in der länderübergreifenden Patientenkoordination bzw. im Medizintourismus zu beheben.

Diese umfassende Vernetzungsleistung wird nicht nur durch eine Behandlungs- und Ressourcenplanung sowie ein dezidiertes Workflowmanagement erreicht, sondern auch durch eine beliebige Erweiterbarkeit mit Hilfe der Integration von Drittanbieter-Software verstärkt (z.B. Arzt- oder Klinik-Systeme). Die Informations- und Kommunikationsprozesse in der Patientenkoordination und Behandlungsablaufsteuerung werden mit samedi® wesentlich schneller, vollständiger und kosteneffizienter sowie nun auch international unabhängig von der jeweiligen Landessprache und von den gesetzlichen Gesundheitsvorgaben. Damit werden die „Grenzen“ der nationalen Gesundheitsversorgung aufgehoben, die Gesundheitsversorgung durch internationale Vernetzung fundamental verbessert und eine Behandlungskoordination über Ländergrenzen hinweg ermöglicht. Der sogenannte „Medical Tourist“ bzw. „Internationale Patient“ könnte durch die Online-Vernetzungsmöglichkeiten eine letztlich vereinfachte länderübergreifende medizinische Versorgung erfahren, wodurch der gesamte Gesundheitssektor von Leistungsempfänger, Leistungserbringer und Kostenträger profitiert.

Eine derartige Plattform existiert derzeit noch nicht und wäre mit den Landessprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Türkisch dank der von samedi zur Vernetzung elementaren „Zuweiserfunktion“ sowie der innovativen auf höchsten Datenschutzrichtlinien ausgelegten Verschlüsselungstechnologie (basierend auf 2008 europäisch eingereichten Patenten [EPA]) der Web-Software einzigartig. Die samedi GmbH ist seit 2008 erfolgreich auf dem deutschen Markt vertreten und bereits mehrfach national und international ausgezeichnet (s. LeWeb, Financial Times, International Society for Quality in Healthcare, Initiative Mittelstand, Land der Ideen im Berliner Rathaus).

Patientenkoordination analog (Brief, Fax, Papier) und fragmentiert vor 2014

Länderübergreifende Patientenkoordination über samedi® online vernetzt seit 2014

Innovation

Erst durch die oben beschriebene zum Patent angemeldete Verschlüsselungsarchitektur ist es der samedi GmbH möglich das Ziel einer „Vernetzungslösung“ für den Gesundheitssektor zu verfolgen. Hinter der sogenannten Vernetzung verbergen sich einerseits die Möglichkeit des Online-Austauschs von Ärzten und Patienten über die Online-Terminbuchung und andererseits der Austausch von Ärzten untereinander, indem Online-Überweisungen bzw. Zuweisungen über das jeweilige vom Arzt festgelegte samedi-Netzwerk getätigt werden. Das Terminbuchungssystem ist dabei, bisher das einzige von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zertifizierte System dieser Art. In Hinblick auf die Internationalisierung von samedi® können nicht nur über Ländergrenzen hinweg sichere Netzwerke im Gesundheitssystem aufgebaut, sondern gleichzeitig analoge, Fehler-anfällige Kommunikationsmittel wie Telefon, Fax und Briefverkehr minimiert und ein effizienteres, kostengünstigeres Gesundheitssystem geschaffen werden. Samedi® erhöht die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität in der internationalen Patientenversorgung (z.B. bei der Terminbuchung) deutlich, indem folgende aktuelle Grundprobleme behoben werden:

  • Geringe Serviceverfügbarkeit, bspw. Erreichbarkeit von Ärzten nur zwischen Mo-Fr 8-18 Uhr bzw. beeinträchtigen auch länderübergreifende Zeitzonen die Verfügbarkeit.
  • Keine verbindliche Festlegung von geregelten Prozessen und Standards in der medizinischen Zusammenarbeit und dadurch Compliance-Probleme beim Patienten (vgl. das Problem, das nur 50% der überwiesenen Patienten einen Termin auch wahrnehmen, Journal of Evaluation in Clinical Practice, Vol.16 Issue 1, Pages 76 – 81, 12 Feb 2010).
  • Hohe Fehlerrate aufgrund der Unvollständigkeit von Faxen (z.T. fehlen dabei elementar wichtig medizinische Informationen wie bei OP Seitenangabe und Lagerung) und der Ungenauigkeit bei Telefonaten (bspw. Buchstabierung von Nachnamen).
  • Zusätzlicher Administrationsaufwand bei der späteren Informationsverarbeitung, indem Faxe oder Notizen aus Telefonaten oder Kalendern handschriftlich abgeschrieben werden müssen.

Mit der Lösung von samedi® hingegen, kann eine reibungslose Koordination der am Anfang stehenden Terminierung, der darauf folgenden Vorabbefundermittlung und später der Nachbehandlungsdokumentation stattfinden. Hierdurch werden neueste Errungenschaften der Technik intelligent genutzt, um erstens eine jederzeitige Erreichbarkeit (24h/7d), zweitens eine klar geregelte, prozess-definierte Zusammenarbeit, drittens eine wesentlich geringe Fehlerrate und viertens deutlich weniger Administrationsarbeit zu ermöglichen. Dadurch können viele Optimierungspotenziale im Netz des Gesundheitswesens gehoben werden, indem die analoge Kommunikation verringert, Kosten reduziert und die Patienten-Behandlungsqualität deutlich gesteigert wird.

Markt und Lösungsansatz

Trotz des steigenden internationalen Patientenstroms gibt es bisher keine Plattform der internationalen Patientenkoordination. Nach einer Umfrage von ONMEDIX ist das Interesse deutscher Kliniken am Medizintourismus von 80 Prozent im Jahr 2005 auf 92 Prozent im Jahr 2009 gewachsen (openpr.de, 2009). Im Jahr 2007 wurden mit Medizinreisen weltweit etwa 50 bis 60 Milliarden US-Dollar umgesetzt (Weiss, 2009). Der weltweite Markt für den sog. Medizintourismus soll bis 2012 auf ca. 100 Milliarden US-Dollar ansteigen (futuremanagementgroup.com, 2012). Wenn man von den üblichen 3-5% IT-Ausgaben im Gesundheitswesen ausgeht (bitkom.org, 2012), dann ergibt sich bereits ein Markt von 3-5 Milliarden US-Dollar für die internationale Patientenkoordination auf IT-Basis. In Deutschland lassen sich mindestens 80.000 Auslandspatienten jährlich stationär in deutschen Kliniken behandeln und noch einmal 130.000 bis 140.000 in ambulanten Einrichtungen (aertzezeitung.de, 2012). Der Umsatz mit den ausländischen Patienten liegt bei ca. 600 Mill. € (http://www.online-marketing-russland.de/content/patienten-aus-russland-deutschen-kliniken). Trotz der sehr guten Reputation deutscher Ärzte und Gesundheitsinstitutionen macht dies allerdings nur einen Bruchteil des Weltmarktanteils aus. Laut Euromedic reisen pro Jahr etwa 300.000 Deutsche ins Ausland, um sich die Zähne richten oder Haare implantieren zu lassen.

Gründe für den Medizintourismus sind erstens Kostenersparnis, zweitens einzigartige Spezialisierung und Fachkompetenz sowie drittens besonderer Service. Im Bereich Kostenersparnis ist bspw. die Prostatakrebs-Operation zu erwähnen, die in Deutschland etwa 15 000 € kostet, während es in den USA gleiche Eingriff bis zu 44 000 € sind (http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article11943021/Klamme-Kliniken-hoffen-auf-kranke-Russen.html). Renommierte Beispiele für den zweiten Grund der hohen medizinischen Qualität bzw. einzigarten Fachkompetenz kommen von Staatsoberhäuptern wie der ehemalige Präsident Boris Jelzin, der seine fünf Bypässe in regelmäßigen Abständen im Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) überprüfen ließ, oder die ehemalige Ukrainische Präsidenten Julija Timoschenko, die an der Charité in Berlin Ihre Bandscheibe operieren lassen wollte. Der dritte Grund des erstklassigen Service wie luxuriös ausgestattete Einbett-Suiten, mehrsprachiges Personal, Limousinenservice oder Privatstation mit Sicherheitstechnik gilt vor allem für die reichen, zur Oberschicht gehörenden, privilegierten Ausländer.

Zahlreiche Gründe sprechen für eine weitere positive Entwicklung des Wachstumsmarktes und somit der länderübergreifenden Patientenkoordination. U.a. hat das Europäische Parlament die EU-Richtlinie 2011/24/EU zur „Grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung“ verabschiedet, um damit die Gesundheitsversorgung europaweit sicherzustellen. Aufgrund des starken Spezialisierungsgrades in der Medizin auf Basis von personeller und technologischer Kompetenz sollte der Zustrom von ausländischen Patienten nach Deutschland steigen. Hindernisse stellen oft ungenügende Einstellungen auf die oftmals hohen Ansprüche der internationalen Patienten-Klientel dar[5]. Ein nicht unbedeutender Markt sind Grenzgebiete wie das Dreiländereck (D, F, CH) oder Grenzgebiete zwischen Deutschland und den Niederlanden sowie zu Dänemark. Nicht zuletzt spielt auch der Patientenstrom aus Deutschland heraus eine wichtige Rolle. Prominente Beispiele sind Zahn- und Schönheitsoperationen, die in Osteuropa qualitativ hohe Standards erreichen und meist deutlich preiswerter angeboten werden können. Zudem erwähnenswert ist, dass neben qualitativen Aspekten im Vergleich mit Ländern wie den USA oder den skandinavischen Ländern ein Kostenvorteil auf deutscher Seite herrscht und Patienten nach Deutschland strömen lässt.

Eine EU-Initiative – das europäische e-Health Projekt epSOS – hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch von Patienteninformationen zu erleichtern. Beispielsweise wird hier die e-Verschreibung vorangetrieben, um Patienten im Ausland zu ermöglichen ihre Medikation barrierefrei zu erhalten (epsos.eu, 2012). In Deutschland forschen mehrere Universitäten an verschiedenen Themenstellungen im besagten Bereich. Beispielsweise war eine Forschungsgruppe an der RWTH Aachen (eHealth@humTec) mit der Aufgabe vertraut, ein Konzept zur intelligenten Umgebung zu erschaffen, um Patienten in Krankheitsverlauf und Lebenssituation individuell zu unterstützen (rwth-aachen.de, 2012). Einen Überblick bietet eine e-Health Landkarte publiziert von der EU (sh. hierzu iat.eu/ehealth). Ein anderes Forschungsprojekt mit dem Namen „HealthCloud“ befasst sich mit für den Gesundheitssektor rechtskonformen Cloud-Computing Diensten, welche von der Idee eine ähnliche Lösung wie SaaS-Systeme verfolgen. Festzuhalten ist, dem breiten Anwendungsgebiet schuldend, das einige Projekte mehr, andere weniger starke Schnittstellen zu den Anwendungen von samedi® aufweisen, aber derzeit keine übergreifende Plattform mit Arzt-, Klinik-, Patienten- und Kostenträgerkonten existiert. Erst mit der umfassenden Plattform von samedi® werden die grundlegenden Effizienz – und Qualitätsverluste in den oben angesprochenen Zielmärkten beheben und eine reibungslose länderübergreifende Patientenkoordination ermöglichen.

Wie sieht der Einsatz der samedi®-Software im internationalen Rahmen beispielsweise aus?

Der übliche Behandlungsverlauf setzt beim jeweiligen Facharzt in Land A an, der vom Patient aufgrund seiner Beschwerden aufgesucht wird. Der Arzt kann nun beim Patienten in dessen Online-Patientenakte Einsicht nehmen. Dies geschieht über die Plattform-Integration mit dem samedi® Online-Arztkonto. Der Arzt kann dann beispielsweise einen Aufnahmetermin in einer Klinik im Ausland (Land B) direkt online einbuchen. Im Online-Überweisungsformular werden Verdachtsdiagnose, bestehende Medikation und Patientenbesonderheiten abgefragt, so dass alle notwendigen Informationen bereits vorliegen, bevor der Patient seinen verbindlichen Termin auf Basis der von samedi®ermittelten Ressourcenauslastung wahrnimmt. Alternativ könnte der Patient selbst von jedem internetfähigen Endgerät einen Termin inklusive der Vorbefundung in eine Klinik im Ausland einbuchen. Im darauf folgenden Auslandsaufenthalt kann der dort behandelnde Arzt die Daten schnell und unkompliziert, den internationalen Standards zur Diagnose (ICD-10) und den medizinischen Datenvereinheitlichungsaustausch (HL7) entsprechend sprachenunabhängig auslesen. Demzufolge kann auch der ausländische Arzt seine Patientendokumentation und Befundung dort eintragen, womit eine zentrale Anlaufstelle für alle den Patienten betreffenden Angaben und Befunde hinterlegt sind. Neben der Möglichkeit des Zugriffs auf die Patientenakte durch den inländischen Arzt zum Ergreifen weiterer Behandlungsoptionen, kann auch eine Konferenz der beiden Ärzte ermöglicht werden, um offene Fragestellungen und dergleichen zu diskutieren. Die weiteren Behandlungsschritte – ob ambulant, stationär oder in der Reha – können über samedi® zeiteffizient abgestimmt und mittels der Ärztenetzwerkfunktion online verbindlich bei den angeschlossenen Partnerinstitutionen gebucht werden. Und dies erfolgt unabhängig, ob der Arzt Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch oder Türkisch spricht oder der Patient Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Türkisch, Polnisch, Holländisch, Portugiesisch, Italienisch, Kroatisch oder Griechisch spricht.

Darstellung des Kundennutzens

Mit der internationalen, integrierten Klinik-Praxis-Patienten – Vernetzung auf Basis der samedi®-Plattform werden verbindlichere, transparentere Abläufe sowie eine höhere Daten- und Behandlungsqualität für den Patienten durch die Vermeidung von Fehlerraten in der Papier-, Fax- und Telefonkoordination erreicht. Kosteneinsparungen auf Seiten der Leistungserbringer sind durch die Behebung von Effizienz- und Qualitätsverlusten willkommene Begleiterscheinungen. Eine Amortisation der anfänglichen Investition in samedi® ist praktisch nicht vorhanden, da die Internet-Software keine Hardware benötigt und somit nur geringfügige Erstinstallationskosten anfallen. Nach Anmeldung von Seiten des Kunden und Freischaltung von Seiten samedi® ist die Software sofort einsatzbereit. Im internationalen Kontext entfaltet samedi® seine Nutzbarkeit verstärkt, da die Sprachbarriere durch die onlinebasierte Anwendung umgangen, gesetzliche Gesundheitsvorgaben bereits integriert und somit alle Kommunikationswege inkl. der Zuweisungen über Arztpraxen und Kliniken effizient gestaltet werden können.

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