Die 7 Fakten zum E-Health Gesetz

Das neue E-Health-Gesetz - Das sind die zentralen Fakten

Im Dezember 2015 hatte der Bundestag das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) verabschiedet. Mitte 2016 ist es schließlich in Kraft getreten. Ganz generell gesprochen soll mit dem neuen E-Health-Gesetz der Fortschritt im Gesundheitswesen vorangetrieben und an die allgemeinen digitalen Entwicklungen angepasst werden. Das Gesetz sieht es vor, eine sichere digitale Infrastruktur zu schaffen, sodass die Gesundheitsversorgung verbessert und die Selbstbestimmung der Patienten gestärkt wird.

Aber was heißt das jetzt konkret? Was sind die Neuerungen? Wir haben uns nochmal genauer mit dem Gesetz auseinandergesetzt und eine Übersicht über die sieben zentralsten Fakten zusammengetragen:


health care
1. Aufbau der Telematik-Infrastruktur

Um medizinische Daten direkt dann zur Verfügung stellen zu können, wenn sie für eine Behandlung benötigt werden, ist es notwendig eine flächendeckende digitale Infrastruktur aufzubauen: die sogenannte Telematik-Infrastruktur. Diese verbindet alle Praxen und Krankenhäuser miteinander, sodass eine bessere und schnellere Kommunikation möglich wird. Bis Mitte 2018 sollen alle Institutionen an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen werden. Seit Beginn des Jahres arbeiten die Beteiligten des Projektes, wie die Industrie, Ärzte und Kassen unter Hochdruck daran, den technischen Zusammenschluss umzusetzen.

2. Modernes Stammdatenmanagement

Eine Online Prüfung und Aktualisierung der Versichertenstammdaten stellt sicher, dass immer aktuelle Patientendaten in der Praxis vorliegen. Die neue elektronische Gesundheitskarte, die bis Mitte 2018 flächendeckend eingeführt sein soll, schützt zudem vor Leistungsmissbrauch. Ziel ist die Schaffung von Online-Strukturen für wichtige medizinische Anwendungen. Das Bundesministerium für Gesundheit sieht ab 01. Juli 2018 pauschale Kürzungen in der Vergütung von Ärzten vor, die sich bis dahin nicht an der Online-Prüfung der Versichertenstammdaten beteiligen.

3. Medizinische Notfalldaten

Auf Wunsch der Patienten soll ab 2018 eine Speicherung von medizinische Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte möglich sein. Wichtige Informationen, etwa über Vorerkrankungen oder Allergien des Patienten, wären im Ernstfall schnell verfügbar und können Leben retten. Bei einem Verkehrsunfall hätte der Rettungssanitäter vor Ort damit beispielsweise sofort Informationen über mögliche Arzneimittelallergien.

4. Medikationsplan

Tatsächlich sterben laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Deutschland mehr Menschen an den Folgen von Arzneimittelwechselwirkungen als im Straßenverkehr (http://www.meine-gesundheit.de/mehr-tote-durch-medikamente-als-durch-strassenverkehr ). Dieser Fakt verdeutlicht, wie wichtig es ist, konkrete Maßnahmen dagegen einzuleiten. Das neue E-Health Gesetz sieht ab Oktober 2016 einen Medikationsplan für alle Patienten vor, die 3 oder mehr Arzneimittel einnehmen. Der Medikationsplan wird dem Patienten ausgehändigt, sodass jeder weitere behandelnde Arzt einen Überblick über die aktuelle Medikamenteneinnahme erhält. Gefährliche Wechselwirkungen lassen sich damit vermeiden. Gleichzeitig sollen besonders ältere Menschen und chronisch Kranke davon profitieren. Ab 2018 soll der Medikationsplan auch über die Gesundheitskarte elektronisch abrufbar sein.

5. Elektronische Patientenakte

Mit dem neuen E-Health-Gesetz wird der Einstieg in die elektronische Patientenakte gefördert. Vorhandene Anwendungen und Dokumentationen (zum Beispiel die Notfalldaten, Impfausweis oder der Medikationsplan) sollen in der Patientenakte für den Patienten bereitgestellt werden können. Damit werden Patienten in der Lage sein, die einzelnen Behandler über die zentralen Gesundheitsdaten zu informieren. Die elektronische Patientenakte führt zu mehr Transparenz auf Patienten- und Arztseite.

6. Patientenfach

Mehr Transparenz, Informationen und Selbstbestimmung wünschen sich viele Patienten. So soll es ab 2018 möglich sein, die auf der Gesundheitskarte gespeicherten Patientendaten in ein elektronisches Patientenfach aufzunehmen, eine sogenannte Spiegelung der elektronischen Patientenakte. Das Patientenfach kann online vom Patienten selber eingesehen werden. Zudem können eigene Gesundheitsdaten (Ernährung, Bewegung etc.) mit aufgenommen werden. Damit wird ein genauerer und umfassender Informationsfluss ermöglicht.

7. Telemedizin

Telemedizinische Angebote vereinfachen die Kontaktaufnahme zum Arzt und sollen vor allem älteren und mobilitätseingeschränkten Personen zugutekommen. So soll ab April 2017 die telekonsiliarische Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen und ab Juli 2017 die Online-Videosprechstunde in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen werden. Das bedeutet konkret, dass vor allem Nachsorge- und Kontrolltermine zukünftig auch per Videoübertragung stattfinden könnten.


Fazit

Das E-Health-Gesetz greift zentrale Aspekte unserer digitalisierten Gesellschaft auf und versucht diese in einem 2-4 Jahresplan als festen Bestandteil in den medizinischen Sektor aufzunehmen. Es bietet neue Formen und Möglichkeiten im Rahmen der Gesundheitswirtschaft und soll insbesondere den Patienten einen echten Nutzen und eine höhere Versorgungsqualität bieten.


Alle genannten Fakten wurden dem Bundesministerium für Gesundheit entnommen:

http://www.bmg.bund.de/themen/krankenversicherung/e-health-gesetz/faq-e-health-gesetz.html

http://www.bmg.bund.de/ministerium/meldungen/2015/e-health.html.

Testen Sie samedi® jetzt einen Monat kostenlos

Kein Download, keine Installation nötig.