Datenschutz in der Arztpraxis - die wichtigsten Fakten

Datenschutz ist gerade im Gesundheitsbereich ein heiß diskutiertes Thema. Die verstärkte Digitalisierung auch in diesem Bereich ist einer der Gründe für die zunehmende Bedeutung des Datenschutzes. So werden immer häufiger Systeme zur Online-Terminvergabe eingesetzt, die neben der Zeitersparnis für die Arzthelfer/innen besonders dem Patienten mehr Service bieten sollen.

Dennoch herrscht bis dato in der großen Masse von Arztpraxen eine relative Skepsis gegenüber solchen Online-Diensten. Obwohl gerade bei Online-Diensten der Datenschutz weitaus mehr gesichert sein kann, als vermutet. So werden bspw. bei samedi® alle Patientendaten durch eine europaweit zum Patent angemeldete Verschlüsselungsarchitektur im System erfasst. Die Konformität mit der ärztlichen Schweigepflicht nach § 203 StGB ist komplett gegeben.

Jedoch ergeben sich entgegen der stark verbreiteten Meinung nicht nur Herausforderungen in der Auswahl geeigneter und datenschutzkonformer Online-Systeme, sondern auch abseits im ganz normalen Praxisalltag. Die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB ist nur eine von vielen rechtlichen Grundlagen, die von Ärzten und ihren Mitarbeitern beachtet werden muss. Doch wie weit die Vorschriften zum Datenschutz gehen, ist vielen Praxisinhabern nicht bewusst. Wir präsentieren Ihnen die wichtigsten Fakten zum Datenschutz in der Arztpraxis.

Neben der ärztlichen Schweigepflicht im Sinne des StGB findet man diese auch in der Berufsord-nung der Ärzte (§ 9 der Musterberufsordnung) wieder. Zudem gelten, wie für alle anderen Unternehmen auch, die Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG). Gerade gesundheitsspezifische Daten zählen demnach zu den besonderen personenbezogenen Daten, die es zu schützen gilt. Für die Nutzung, Verarbeitung und Erhebung solcher Daten gelten hohe Sicherheitsanforderungen. Verstöße gegen diese Grundlagen sind strafbar und somit nicht leichtfertig zu behandeln.

Datenschutz im Empfangs- und Wartebereich

In einer Arztpraxis beginnt der Datenschutz bereits im Empfangsbereich, wo sich normalerweise die Patienten mit ihren persönlichen Angaben und Beschwerden vorstellen. Diese Informationen sind nicht für die anderen Besucher bestimmt, sodass im optimalen Fall der Empfangs- und Wartebereich voneinander getrennt ist. Lassen die Räumlichkeiten keine Trennung zu, ist es wichtig die Gespräche besonders leise zu führen und auf einen respektvollen Abstand zwischen den Patienten zu achten. Zudem sollten Patientenakten niemals unbeaufsichtigt auf dem Tresen oder im Behandlungszimmer liegen. Damit besteht die Gefahr, dass die Patientenakte für Unbefugte einsehbar ist.

Datenschutz am Telefon

Auch am Telefon ist der Datenschutz ein wichtiges Thema. Wenn sich andere Patienten in direkter Nähe befinden, sollte auf die Ansprache ohne Namen erfolgen. Zudem sind längere Telefonate in einem separaten Raum zu führen. Im Idealfall ist grundsätzlich der Empfangsbereich räumlich getrennt, sodass auch die telefonische Annahme für Patienten weniger zugänglich ist.

Akten schreddern lassen

Auch die Entsorgung von Patientenunterlagen, wie alte Patientenakten sollte datenschutzkonform erfolgen. Dazu gehört, dass in Praxen ein Aktenschredder zum Einsatz kommt und keine Papierdaten im Altpapier oder Hausmüll landen.

Schutz der Daten auf dem Praxisrechner

Nach der Bundesvereinigung und Ärztekammer ist es erlaubt, Patientendaten auf Computern mit Internetzugang zu speichern. Dabei ist wichtig, dass ein Virenschutzprogramm eingesetzt wird. Auch ohne Internetzugang dürfen die Patientendaten nur verschlüsselt auf den PCs gespeichert werden. Ein weiterer Aspekt, der häufiger vernachlässigt wird, ist, dass auch PCs in den Praxisräumen nicht offen einsehbar sein sollten. Es sollten immer Bildschirmschoner eingesetzt werden. Zudem verhindern sogenannte Blickschutzfolien die Sicht auf den PC Bildschirm für außenstehende Personen.

Einsicht der Patientenakte

Wünschen Patienten eine Einsicht in ihre Akte ist das zu gewähren. Die Originalakte darf dabei aber nicht die Praxis verlassen, da der Praxisinhaber der sogenannten Aufbewahrungspflicht unterliegt. Dem Patienten dürfen Kopien ausgehändigt werden. Notizen des Arztes, die nicht den Gesundheitszustand des Patienten betreffen, müssen dem Patienten auch nicht vorgezeigt werden.

Fazit

Die genannten Hinweise verdeutlichen, dass der tägliche Praxisalltag mehrere Risiken birgt, die Anforderungen zum Datenschutzes nicht vollständig erfüllen zu können. Schnell können sich ungewollt Lücken einschleichen und bringen damit die Sicherheit der Patientendaten in Gefahr. Wenn Patienten bspw. online ihre Termine buchen, so ist bereits das Risiko am Telefon, am Praxisrechner oder am Papierkalender minimiert. Weniger Patientendaten „schwirren“ im Praxisalltag herum, sondern sind zentral und geschützt abgespeichert. Die Online Dienste können der Praxis viel Arbeit im Datenschutzbereich abnehmen und fördern zudem die Patientenzufriedenheit.


Quelle: http://www.iww.de/ppa/archiv/qualitaetsmanagement-datenschutz-in-der-arztpraxis-f32322.

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