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Das neue E-Health Gesetz aus Sicht des Patienten – Was bringt’s?

Das vor einem Jahr in Kraft getretene E-Health Gesetz ist ein Meilenstein für den Fortschritt des Gesundheitswesens. Auch aufgrund der langfristig beschlossenen Umsetzungsphase bis Mitte 2018 wissen jedoch viele Patienten auch ein Jahr nach der theoretischen Einführung nicht, welche zentralen Aussagen im Gesetz festgelegt sind und welche konkreten Vorteile dies für Patienten mit sich bringt.

Das neue E-Health Gesetz aus Sicht des Patienten

Mit der Verabschiedung des E-Health Gesetzes sind die ersten Schritte in eine digitalisierte Gesundheitsbranche getan. Immer mehr Ärzte können und werden bei der Behandlung zukünftig verstärkt auch technische Lösungen einsetzen. Die zentralen Auswirkungen des E-Health Gesetzes für Ärzte hatten wir bereits aufgezeigt, nun wollen wir das eingeführte Gesetz gerne noch aus Patientensicht beleuchten: Welche Auswirkungen hat das Gesetz für Patienten? Das sind die sechs zentralen Neuerungen:

  1. Modernes Stammdatenmanagement
    Mit der Verwendung der elektronischen Gesundheitskarte werden in den einzelnen Arztpraxen zukünftig immer die aktuellen, vollständigen Patientendaten vorliegen. Das schützt Patienten stärker vor einem möglichen Leistungsmissbrauch und gibt ihnen die Sicherheit, dass dem behandelnden Arzt auch fachbereichsübergreifend wichtige Daten zum Zeitpunkt der Behandlung vorliegen. Insgesamt sollen den Patienten schnellere Diagnosen und bessere Behandlungsmethoden zugutekommen.

  2. Medizinische Notfalldaten
    Einen Unfall oder medizinischen Notfall wünscht sich Niemand. Doch für den Fall der Fälle können wichtige Notfalldaten entscheidend sein. Auf der neuen Gesundheitskarte sollen Notfalldaten, wie z.B. Allergien oder Vorerkrankungen gespeichert werden. Diese Daten können lebensrettend sein.

  3. Medikationsplan
    Eine Übersicht über die einzunehmenden Medikamente und die Arzneimittelnebenwirkungen ist besonders für die Patienten enorm wichtig, die täglich mehrere Medikamente einnehmen müssen. Patienten haben bereits seit Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan, sobald Sie mindestens drei Medikamente gleichzeitig verordnet bekommen haben. Damit haben sie und die Ärzte eine bessere Kontrolle über mögliche Arzneimittelnebenwirkungen.

  4. Elektronische Patientenakte
    Häufig müssen Patienten ihre Behandler zunächst detailliert über die eigenen Gesundheitsdaten informieren, um eine optimale Diagnose und passende Behandlung zu bekommen. Mit der elektronischen Patientenakte sollen sie genau dazu befähigt werden. Neben den grundlegenden Patientenstammdaten sind auch die medizinischen Notfalldaten, der Medikationsplan oder der Impfausweis sowie vorangegangene Diagnosen und Behandlungen der unterschiedlichen Ärzte dort an zentraler Stelle dokumentiert. Das erleichtert dem Patienten die lückenlose Informationsweitergabe an den jeweiligen Behandler enorm.

  5. Patientenfach
    Gerade in der Gesundheitsbranche wünschen sich Patienten mehr Transparenz, Informationen und Selbstbestimmung. So soll es ab 2018 möglich sein, die auf der eigenen Gesundheitskarte gespeicherten Daten jederzeit im sogenannten Patientenfach einzusehen. Zudem können auch eigene Gesundheitsdaten bspw. zu Ernährung und Sport mit in die Patientenakte aufgenommen werden.

  6. Telemedizin
    In kleinen Schritten soll die Telemedizin vorangebracht werden, sodass zukünftig bspw. bei der Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen Telekonsile eingesetzt werden. Das heißt konkret, dass beim Arztbesuch ein weiterer Spezialist via Videokonferenz hinzugezogen werden kann, um offene Fragen zu klären oder Therapien zu empfehlen. Das spart den zusätzlichen Weg zum Spezialisten und Zeit, die dann wiederum der restlichen Behandlung zugutekommen kann.

Das neue E-Health Gesetz kann für manche Patienten etwas beängstigend wirken, da insbesondere der Datenaustausch ein wichtiger Baustein des Gesetzes ist. Hinsichtlich der Datensicherheit ist aber festzuhalten, dass diese auch im digitalen Bereich vom Arzt gewährleistet und die ärztliche Schweigepflicht eingehalten werden muss.

Unter diesen Gesichtspunkten hält das eingeführte E-Health Gesetz für Patienten einige Verbesserungen parat, die das Gesundheitswesen auch und vor allem für ihn vereinfachen. Ein weiterer großer Vorteil ist es, dass die einzelnen Punkte nicht vom einen Tag auf den nächsten umgesetzt werden. Die Gesetzeseinführung ist vielmehr als Startschuss eines langen Veränderungsprozesses anzusehen, der allen Beteiligten, sowohl den Ärzten als auch den Patienten eine gewisse Anpassungszeit ermöglicht.

Quelle: http://www.bmg.bund.de/ministerium/meldungen/2015/meldung-e-health-gesetz.html

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